Neue Pfarrerin in der Evangelischen Kirchengemeinde Hochheim

Ab 1. Februar 2021

Nach einigen Monaten Vakanz freut sich der Kirchenvorstand über die Besetzung der Pfarrstelle I der Evangelischen Kirche Hochheim.

Am 01. Februar 2021 nimmt Frau Dr. Olivia Rahmsdorf ihren Dienst auf. Aufgrund der bestehenden coronabedingten Einschränkungen wird die feierliche Ordination am 9. Mai 2021 um 14.00 Uhr stattfinden.

 

Pfarrerin Olivia Rahmsdorf stellt sich vor

Wer zieht da wohl ein in das Haus mit der violetten Tür?

Liebe Mitglieder der Evangelischen Gemeinde in Hochheim, liebe Hocheimer:innen,

ja, wer zieht da wohl ein in das Haus mit der violetten Tür? Möglicherweise haben Sie die neuen Bewohner der Wilhelmstraße 2 sogar schon neugierigen Blickes durch die Hochheimer Gassen schlendern sehen. Wenn nicht, wird es im neuen Jahr hoffentlich viel Gelegenheit zum Kennenlernen geben ‒ vielleicht mit Abstand, aber mit umso mehr Freude! Bevor ich Mitte Januar mit meinem Mann ganz offiziell durch die lila Tür des Pfarrhauses trete, möchte ich mich als neue Pfarrerin des Westbezirkes ein wenig vorstellen. Schließlich habe ich den Kirchenvorstand und meine neue Kollegin auch schon über Sie, die Gemeinde, ausgequetscht und ganz viel Schönes gehört.

Woher kommt die neue Pfarrerin? An eine Rückfrage zu meinem Herkunftsort habe ich mich mittlerweile gewöhnt: „Woher? Aus Hochheim? Ah, das gibt doch diesen tollen Markt mit dem Riesenrad.“ Bislang lautete meine etwas gekränkte Standard-Antwort: „Nein, aus Hofheim, ohne Riesenrad, aber immerhin mit Meisterturm.“ Meine Heimatstadt kam schlicht nie gegen das berühmte Hochheim an. Ich vermute, es liegt am guten Wein- und Sektangebot, den schönen Stadtfesten, dem Riesenrad und der herrlichen Lage. Mit Ihrer Hilfe werde ich vermutlich noch manch anderen Vorzug entdecken. Ich freue mich jedenfalls sehr darauf, künftig mit gehörigem Stolz auf die oben genannte Rückfrage zu antworten: „Nein, ich komme aus Hofheim, aber in Hochheim, da habe ich meinen Erstwohnsitz.“

Geboren bin ich sogar in Ihrem Nachbarort Flörsheim. Hessisch kann ich leider trotzdem kaum babbeln (aber immerhin verstehen). Meine Eltern haben mir eher eine norddeutsche Klangfarbe mitgegeben. Von der norddeutschen Reserviertheit habe ich wiederum wenig abbekommen. Ich bin, im Gegenteil, gern gesellig, zugewandt, interessiert und lebensfroh. Meine Geselligkeit und den Pfarrberuf durfte ich in den vergangenen 2 ½ Jahren als Vikarin in Mainz-Gonsenheim erproben. Während ich anfangs noch recht überzeugt war, im Anschluss an das Vikariat an die Universität zurückzukehren, habe ich im Laufe der Zeit die Freuden des Pfarramts unheimlich zu schätzen gelernt. Ich empfinde es als große Bereicherung, Menschen ganz unterschiedlicher Fasson kennenzulernen, sie ein Stück des Weges zu begleiten, von ihnen zu lernen und gemeinsam an den Schwellen des Lebens und in der Vorläufigkeit all unseres Tuns um Gottes Segen zu bitten.

Bevor ich nach Mainz kam, habe ich längere und kürzere Studienabstecher nach Münster, Beirut und Princeton (New Jersey) gemacht. Ich liebe es, neue Welten zu entdecken, aber ich liebe auch das Heimatgefühl. Große Abenteuerlust und ausgeprägte Gemütlichkeit ‒ ich danke Gott für eine dieser seltenen Kombinationen. Man findet mich also ebenso wahrscheinlich in einem Kanu paddelnd oder von einem Kirchturm abseilend, wie lesend auf dem Sofa. Außerdem trage ich mein Leben im Allgemeinen am liebsten mit viel Humor: Klassenclown und Streberin – eine weitere unmögliche Kombination, mit der ich zu jonglieren gelernt habe.

Mein Mann ist Zahnarzt, verurteilt aber glücklicherweise niemanden, der regelmäßig perlende oder besonders säurehaltige Getränke konsumiert. Meine Eltern wohnen abwechselnd in Hofheim und der Lüneburger Heide. Ich habe zwei ältere Schwestern und vier Nichten, mit denen ich gerne Quatsch mache. Hoffentlich kann ich sie im nächsten Jahr mal auf das Riesenrad ausführen.

In diesem Jahr durfte sich das berühmte Rad nicht wie gewohnt drehen. Hochheim ohne den Hochheimer Markt… Für sie alle eine große Enttäuschung, stelle ich mir vor. Mit viel Wehmut schauen wir in diesem Jahr auf die vielen Veranstaltungen zurück, die ausfallen mussten. Für eine derart lebendige Gemeinde wie Hochheim ist das sicher ein schweres Los. Doch mit ebenso viel Optimismus und Lebensmut erfreuen wir uns doch auch an so manch kreativer Idee, die aus der Krise heraus geboren ist.

Für mich hat darüber hinaus die Vorfreude auf Sie, die Hochheimer Gemeinde, einiges an Corona-Trübsal aufwiegen können. Und ich wünsche Ihnen allen, dass Sie trotz des schwierigen Jahresendes einen zuversichtlichen Blick auf das neue Jahr gewinnen! Inmitten einer schier unmöglichen Situation einen Ort zur Rast und für einen hoffnungsvollen Neuanfang finden ‒ Maria und Josef machen es uns in diesem Jahr einmal mehr vor…

Ich freue mich darauf, mich in Zukunft mit Ihnen allen gemeinsam von Gott überraschen zu lassen!

Ihre Olivia Rahmsdorf

Unsere Pfarrerin

Erreichbarkeit der Pfarrerin

Pfrin Ambrozic: 06122-935055

Pfarrerin Mirjam Ambrozic