Hochheimer Markt 2005

Unter dem Motto Ein offener Himmel über der Zeltstadt begann der traditionelle Hochheimer Markt mit einem ökumenischen Marktgottesdienst in der Festhalle. Gemeindereferentin Kornelia Schattner und Pfarrer Claudio Stief hielten einen bewegenden Gottesdienst für die Bürger dieser Stadt und für die teilnehmenden Schausteller. Leider konnte die evangelische Schausteller-Seelsorgerin wegen Krankheit nicht am Gottesdienst teilnehmen.


Der Hochheimer Markt ist traditionell auch für die evangelische Gemeinde eine wichtige Veranstaltung. Die Kirchengemeinde ist mit einem eigenen Stand am Hochheimer Markt vertreten, an dem Kaffee, Kuchen, Glühwein, aber auch Wein und Sekt bzw Orangensaft für die Kleinen verkauft werden.

An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich für die großzügigen Kuchenspenden der Gemeindemitglieder und den Sponsoren bedanken, die wirklich aufopferungsvoll viele Kuchen für dieses Event gebacken haben. Auch ein herzliches Dankeschön an alle Helferinnen und Helfer die in ihrer Freizeit Standdienst gemacht haben. Herzlichen Dank dafür! Der Erlös des Standverkaufs kommt traditionell der Zivildienstleistendenstelle zu gute.

 

Ich lasse dich nicht fallen ...

Das alte Jahr ist ausgeklungen und ein Neues hat begonnen. Ich weiß von vielen Menschen, dass sie die letzten Tage des alten Jahres dazu nutzen, Bilanz zu ziehen: Welche Wünsche sind Wirklichkeit geworden, welche sind unerfüllt geblieben? Welche Ziele habe ich erreicht, welche sind auf der Strecke geblieben? Habe ich mir genügend Zeit für mich selbst und für meine Familie genommen oder ist mir die Zeit vor lauter Arbeit durch die Finger geronnen?

Es ist, als ob man das zurückliegende Jahr gleichsam noch einmal wie in einem Spiegel betrachtet und Revue passieren lässt, um es beruhigt abschließen zu können.

Einen ganz besonderen Blick in den Spiegel durfte ich im letzten Jahr auf dem Kirchentag in Hannover werfen:

Auf dem Weg durch einen Bibelparcours betrete ich einen Raum, in dem viele Kärtchen mit Adjektiven aufgehängt sind: "fleißig", "oberflächlich", "neugierig", "perfektionistisch", oder auch "rechthaberisch" und "hilfsbereit". Mir wird ein schwarzer Umhang angezogen und ich werde aufgefordert, jeweils 4 Kärtchen mit Eigenschaften auszuwählen, die ich an mir schätze und 4 Kärtchen zu suchen mit Eigenschaften, die ich an mir nicht mag. Schnell bin ich mit den positiven Beschreibungen fertig - doch dann wird es schwieriger. Nicht, dass ich keine Karten finden könnte mit negativen Eigenschaften von mir - da gibt es genügend... - aber mir wirklich einzugestehen, dass diese Charakterzüge zu mir gehören, fällt schwer. Es sind Seiten an mir, die ich schon häufig versucht habe zu ändern- leider oft mit nur mäßigem Erfolg.

Der Bibelparcours geht weiter. Ich werde in einen Umkleideraum geschickt und gebeten, die positiven Eigenschaften auf die eine Seite des Umhangs zu heften und die Negativen auf die andere - dann betrachte ich mich längere Zeit im Spiegel:

Das bin ich! Mit vielem bin ich zufrieden, finde mich schön, anziehend und liebenswert. Manchen ‚Schönheitsfehler' an mir möchte ich am liebsten sofort wegretuschieren, durch Make-up verdecken. Manches von dem, was ich sehe und mich stört, lässt sich nicht mehr ändern, weil bestimmte Eigenschaften zu mir gehören wie Falten in meinem Gesicht. Ich muss lernen, sie zu akzeptieren.

Lange stehe ich so da und betrachte mich mal wohlwollend und mal traurig.

Schließlich betrete ich einen weiteren Raum und bekomme ein Segensband umgehängt: "Du wirst Gottes Liebling heißen" lese ich, und die Tränen schießen mir in die Augen vor Glück.

Gott kennt mich durch und durch, er weiß um meine Fehler und Schwächen und doch liebt er mich - so wie ich eben bin. Ich muss mich nicht verbiegen, mich verstellen, um Gott zu genügen, denn er betrachtet mich mit gnädigen und liebenden Augen. Wie sich auch mein Spiegelbild über die Jahre hinweg verändern wird - Gott hört nicht auf, mich zu lieben, Gott ist treu.

Er sichert mir zu: "Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht" - wie es in der Jahreslosung für 2006 aus dem Josuabuch heißt.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie dieser Zusage vertrauen können und dass sie Ihnen eben soviel Mut, Trost und Zuversicht schenkt wie mir.
Ein behütetes und gesegnetes neues Jahr wünscht Ihnen

Angela Schubowitz
Evangelische Kirchengemeinde Hochheim