Musik und Predigt des Ewigkeitssonntags 2020

Sonntag, 22.11.2020 von Pfrin. Mirjam Ambrozic

Orgelmusik von Richard Henger 22.11.2020

Orgelvorspiel March funébre

EG 152 "Wir warten dein" (1-3)

EG 526 "Jesus, meine Zuversicht" (1,3,4)

EG 529 "Ich bin ein Gast auf Erden" (1,11,12)

Improvisation zu EG 526 "Jesu meine Zuversicht"

 

Predigt:

Liebe Gemeinde,

das gute Kaffeeservice kommt eigentlich nur an besonderen Tagen auf den Tisch, aber heute ist so ein besonderer Tag. Denn genau vor einem Jahr ist die Oma, die Mutter von Bärbel verstorben.
„Heute wollen wir noch einmal an sie denken“, sagt Bärbel. Dazu gibt es eine Schwarzwälder Kirschtorte, Omas Lieblingstorte, und herrlich duftenden Kaffee. Alles ist so schön angerichtet, mit Servietten und Kuchengabeln. Aber das allerschönste ist Omas Kaffeeservice, das mit dem kleinen blauen Blümchenmuster. Bärbel hat es von Oma geerbt.
Eine Tasse fällt besonders ins Auge, die, die auf Bärbels Untertasse steht. Die war einmal zu Bruch gegangen und der Opa hat sie wieder zusammen geklebt. Er hat sich große Mühe gegeben, so dass man von den Bruchstellen möglichst wenig sieht. Aber eine ganz neue Tasse ist doch nicht mehr draus geworden.
Christine, die Jüngste, weiß natürlich längst, warum ausgerechnet diese Tasse auf Mamas Platz steht. Aber heute möchte sie die Geschichte noch einmal hören. Also erzählt Mama sie.

„Ja, das war so,“ beginnt Bärbel, „da war ich ungefähr so alt, wie du heute bist. Da sollte ich meiner Mutter, eurer Oma, beim Tischdecken helfen. Sie hat mich gebeten, jede Tasse einzeln zum Tisch zu tragen, damit nichts zu Bruch geht. Aber ich dachte mir, dass ich auch mehrere Tassen gleichzeitig schaffe. So habe ich also mehrere Tassen gestapelt und dann zum Tisch balanciert. Und da ist es dann passiert. Die oberste Tasse hat das Gleichgewicht verloren und ist auf den Boden gefallen. Da war sie dann in drei Teile zersprungen.

Nicht alles , was kaputt gegangen ist sollte man reparieren, denken manche. Denn meistens ist es noch günstiger etwas neues zu kaufen, z.Bsp. ein neues Gerät zu kaufen. Viele Geräte haben eine Art eingebautes Verfallsdatum. Das, was wir kaufen, soll gar nicht ewig halten. Genau in so einer Gesellschaft leben wir– und die prägt unser gesamtes Denken, auch die Art, wie wir die Dinge und das Leben betrachten. Eine zerbrochene und danach zusammengeklebte Tasse ist in unseren Augen einfach hässlicher und weniger wert als eine heil gebliebene neue Tasse.

Wir geben dem Neuen und Schönen den Vorzug vor dem Zerbrochenen und dem Kaputten. Tun wir das nicht auch im Glauben? Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde, heißt es am Ende der Offenbarung des Johannes. Wenn wir solche Worte hören, dann scheint es doch so zu sein, dass unsere gesamte Hoffnung auf das Neue ausgerichtet ist: auf den neuen Himmel und die neue Erde, die nichts mehr zu tun haben mit dem jetzigen Himmel und der jetzigen Erde, auf der wir leben. Gott fängt noch einmal ganz neu an. Er begnügt sich nicht mit Restaurierungsarbeiten am Alten. Dem alten Himmel und der alten Erde haftet etwas an, das sich nur mit einem radikalen Neuanfang lösen lässt. Unsere ganze bisherige Existenz ist von Leid, Schmerz, Krankheit und Tod gezeichnet. Und jeder weiß, dass das so nicht sein sollte.

Dazu muss man nicht erst jene Bilder wachrufen, die Bärbel an der Kaffeetafel durch den Kopf gehen, als sie sich die zerbrochene Tasse anschaut und dabei an die letzte Zeit mit ihrer Mutter denken muss. 
Anders als bei ihrem Vater, der einfach plötzlich tot war, der über Nacht friedlich eingeschlafen ist, ohne vorher groß krank gewesen zu sein, hat sich ihre Mutter lange quälen müssen. In der letzten Zeit war sie bettlägerig und einfach nicht mehr der Mensch, der sie einmal war. Sie war einmal so resolut und kräftig und lebensfroh. Aber jetzt lag sie da in ihrem Bett, hatte immer öfter starke Schmerzen und wollte einfach nicht mehr.

Christine, der Jüngsten, wollte man diesen Anblick der Oma eigentlich ersparen. Aber dann hat sich die Familie doch anders entschieden – das war sicher gut so, auch wenn es nicht ohne Gefahr ist. Für manche Menschen kann es heilsam sein, im Anblick des zerbrechlichen Lebens ihrer eigenen Sterblichkeit bewusst zu werden. Aber im Allgemeinen wissen wir doch ganz gut darüber Bescheid, dass unser Leben hier auf Erden nicht ewig andauert, dass es einmal ein Ende haben wird. Und wir wissen und spüren die Bruchstellen, die das Leben hinterlassen hat, und die Trauer um einen geliebten Menschen kann eine weitere dieser Bruchstellen hinzufügen.
Hinterlässt der Tod also nur Scherben auf allen Seiten? Dort der Verstorbene, hier die Hinterbliebenen – und alle tragen einen nicht mehr gut zu machenden Schaden davon?
Der Tod ist eine Macht, die unausweichlich ihre Spuren hinterlässt – das wusste der Apostel Paulus und er hat es an seine Korinther geschrieben. Aber er wusste auch, dass dem Tod bereits das Todesurteil gesprochen worden ist.

1 Kor 15, 35-44

Es könnte aber jemand fragen: Wie werden die Toten auferstehen und mit was für einem Leib werden sie kommen? Du Narr: Was du säst, wird nicht lebendig, wenn es nicht stirbt. Und was du säst, ist ja nicht der Leib, der werden soll, sondern ein bloßes Korn, sei es von Weizen oder etwas anderem. Gott aber gibt ihm einen Leib, wie er will, einem jeden Samen seinen eigenen Leib. So auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. Es wird gesät in Niedrigkeit und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesät in Schwachheit und wird auferstehen in Kraft. Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib.

Ich kann diese Sehnsucht, die sich in diesen Worten ausspricht, gut nachvollziehen, und viele Generationen vor mir können das auch. Ihnen war die Differenz zwischen dem was ist, und dem, was eigentlich sein sollte oder sein könnte, mehr als schmerzlich bewusst. Nicht umsonst werden auf Bildern aus vergangenen Zeiten die Menschen in der Auferstehung immer jugendlich und kerngesund dargestellt – so ganz anders eben wie es in der Erfahrung der Menschen tatsächlich war. Und wer an einem Gebrechen in dieser Welt zu leiden hatte, der wird es dort nicht mehr haben: der Blinde wird sehen, der Lahme gehen. Der menschliche Makel wird endlich ausgemerzt sein.

Ich kann das gut nachvollziehen – aber stimmt das denn auch?

Wenn ich so darüber nachdenke, dann melden sich doch Zweifel bei mir an:

Verlängern wir damit nicht doch nur unsere Idealvorstellungen von einem schönen Leben, von einem gutaussehenden Menschen in die Ewigkeit Gottes hinein?

Aber selbst wenn das möglich wäre, dann stellt sich doch immer auch die Frage nach meiner Identität: Wer bin ich eigentlich hier – und wer werde ich dort sein? Bin ich nicht die Person, die ich bin, nur mit meinen Schwachheiten, meinen Verletzungen, meinen Gebrechen, meinen Schmerzen, meinem Leiden, meinem Körper, mag er nun schön oder weniger schön sein, kurz: meinen Bruchstellen? Und bin ich sie nicht nur mit, sondern vor allem deswegen? Wenn aber das alles von mir weggenommen werden soll, wenn ich ein ganz neuer Mensch werden soll, wer bin ich dann noch?

Ich denke, das, was die Offenbarung, was der Apostel Paulus, schreiben, das kann nicht so gemeint sein, dass der Mensch, der ich in diesem Leben bin, einfach zu existieren aufhört, und ich dann als ein neuer Mensch lebe. Schon Paulus muss deshalb ein Bild gebrauchen, mit dem er versucht, beides auszusagen: auf der einen Seite das völlig Neue, das sich mit nichts aus dieser Welt vergleichen oder erklären lässt. Auf der anderen Seite aber doch auch eine Fortsetzung zwischen jetzt und einst, zwischen Erde und Himmel.


Um mir das vor Augen zu halten, nutze ich ein neues Bild. Sie sehen es vor sich liegen. Es ist die Fotografie einer Schale. Aber mit dieser Schale ist etwas Besonderes passiert. Sie ist irgendwann einmal zu Bruch gegangen. Aber man hat ihre Scherben nicht einfach in den Müll geworfen und entsorgt. Man hat sie aufgehoben und mit einer besonderen Methode wieder zusammen gefügt. Diese Methode stammt aus Japan und heißt Kintsugi. Das Besondere daran ist, dass man sich nun nicht bemüht hat, die Scherben so aneinander zu fügen, dass man möglichst wenig von den Bruchstellen sieht. Im Gegenteil: die Methode des Kintsugi lässt die Bruchstellen erst recht hervortreten. Dem Klebstoff ist Gold beigemischt, so dass die Bruchstellen veredelt werden, die Bruchnähte vergoldet. Schadhafte Stellen und Risse werden auf kunstvolle Weise ausgebessert. Fehlende Teile werden aus einem speziellen Material gewonnen. Die Zerbrechlichkeit des Gegenstandes wird mit dieser Technik hervorgehoben, die ihn aber gerade dadurch erst als wertvoll erscheinen lässt. Das Besondere ist: Die Narben bleiben sichtbar, sie werden nicht kaschiert, sondern aufgewertet und veredelt. Oft sind die restaurierten Gefäße kostbarer als zuvor, denn es wurde viel Zeit und Edelmetall in die Restauration investiert.

In dieser Technik drückt sich eine Vorstellung aus, wonach Schönheit vor allem im Unvollendeten, im Versehrten zu entdecken ist. Nicht die offensichtliche Schönheit, die sichtbare Perfektion, die glänzende Oberfläche ist entscheidend, sondern die verhüllte Schönheit, das Nicht-Perfekte, die knorrigen Tiefenstrukturen. Nur das Unvollendete ist entwicklungsfähig – und erweist sich gerade darin als lebendig.

In diesem Bild kann ich mir vorstellen, wie das sein kann, zwischen dem, der ich jetzt bin, und dem, der ich einmal sein werde. Die Bruchstellen meines Lebens, die mich ausmachen, die werden nicht einfach spurlos ausgelöscht, sie verschwinden nicht einfach, sie werden vielmehr von Gott behutsam zusammengefügt und geklebt. Die Bibel nennt diese Methode nur nicht Kintsugi, sondern Versöhnung.

Wie werden wir also aussehen, wenn alles neu wird, wenn wir auferstehen in Herrlichkeit? Werden dann noch unsere Brüche sichtbar sein, die wir uns gegenseitig zeigen können? Werden sie noch da sein, aber nicht mehr wehtun? Werden wir vergoldet sein mit unseren Brüchen?
Wenn Bärbel heute die zerbrochene und wieder geklebte Tasse in den Händen hält, da denkt sie nicht nur an ihre Mutter, und auch nicht nur an den großen Schock, als die Tasse zu Boden fiel und zerbrach, da muss sie auch daran denken, was danach geschah.
Gab es Ärger wegen der zerbrochenen Tasse? Oh ja, es gab Ärger. Und Bärbel hat furchtbar geweint. Es hat ihr schrecklich leidgetan. Auch ihre Mutter war sehr traurig und wütend, das konnte sie sehen. Aber dann hat ihre Mutter die Tränen ihrer Tochter gesehen und hat sie fest in die Arme genommen und beide haben geweint. So haben sie sich wieder versöhnt.
Christine weiß nun, warum immer ihre Mutter die zerbrochene Tasse bekommt: Aus der zerbrochenen Tasse ist längst eine Versöhnungstasse geworden. Und auch deswegen kann man sie nicht einfach austauschen und durch eine neue Tasse ersetzen. An ihr haftet nicht nur der Klebstoff, an ihr haften zu viele wertvolle Erinnerungen, die Inge nicht missen möchte, auch wenn sie schmerzhaft und schön zugleich sind.

In der Versöhnung werden Wunden geheilt, kommt wieder zusammen, was getrennt war, werden Schmerzen gestillt und der Tod besiegt, werden Fehler korrigiert und kommt man mit sich selbst ins Reine. In der Versöhnung wird alles neu – nicht nur einst, wenn wir gestorben sind, wenn Gott behutsam unsere Zerbrochenheiten zusammenfügt und uns aufbewahrt für sein Reich, sondern schon jetzt mitten im Leben dürfen Wunden geheilt, kann Zerbrochenes wieder zusammengesetzt, können Tränen getrocknet werden.

Der Gottesdienst

Der Gottesdienst steht im Zentrum des Gemeindelebens. In ihm besinnt sich die Gemeinde auf das Entscheidende: Gottes Liebe, die in Jesus Christus in die Welt gekommen ist, damit "alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben" (Johannes 3,16).

Der evangelische Gottesdienst ist eine Sache der Gemeinde: Im gemeinsamen Singen und Beten kommt die Gemeinde zu Wort. In Gebeten und Predigten wird aufgenommen, was Menschen hier und heute bewegt.
Die verschiedenen Zeiten des Kirchenjahres – von der Adventszeit über die Christusfeste Weihnachten und Ostern bis hin zum Erntedankfest und zum Ewigkeitssonntag –  feiert die Gemeinde. Damit lädt sie auch dazu ein, die innere Bewegung nach zu vollziehen, die sich in den Zeiten des Kirchenjahres widerspiegelt: Erwartung und Erfüllung, Trauer und Freude, das Leben in allen seinen Schattierungen hat im Gottesdienst seinen Platz.

Unterschiedlichen Lebensweisen kommt der Gottesdienst entgegen, indem er unterschiedlich gestaltet wird: 

  • Der Sonntagsgottesdienst findet in der Regel um 10:00 Uhr statt.
  • Kinder im Alter von 3 bis 12 Jahren werden zu KECK - Kids erleben coole Kirche  eingeladen. KECK trifft sich am 3. Sonntag im Monat um 09:45 Uhr.
  • Der Gottesdienst für alle Generationen ist der Familiengottesdienst.
  • An Bewohner des Seniorenzentrums Malzfabrik  wendet sich der Gottesdienst, der an jedem zweiten Mittwoch im Monat um 16:30 Uhr dort gefeiert wird.
  • Auch das ökumenische Miteinander mit den katholischen Geschwistern wird in den Gottesdiensten gepflegt: Bei den Fastenpredigten in der Passionszeit, mit dem gemeinsamen Gottesdienst am Pfingstmontag auf dem Kirchplatz der katholischen Kirche St. Peter und Paul sowie im ökumenischen Gottesdienst zum Erntedankfest der Winzer am vierten Sonntag im Oktober, im Festzelt am Hochheimer Markt und bei weiteren Gelegenheiten.

Gottesdienst zum Buß- und Bettag 2020

Prädikant Jürgen Müller aus Limburg

18.11.2020 – Zeit zum Nachdenken, zum Bekennen und zur Umkehr

Der Buß- und Bettag lädt in jedem Jahr im Spätherbst dazu ein, sich daran zu erinnern, was nicht so gut läuft.
Es geht darum, zu schauen:  Wo stehe ich?

Der Glaube, dass ich von Gott voll angenommen bin, kann uns die Kraft geben, über eigene, schwierige Verhaltensweisen nachzudenken.

Der Buß- und Bettag, liebe Gemeinde, kann auch den Blick in die Gesellschaft weiten.

Inwieweit sind wir selbst in die Unordnung dieser Welt verstrickt, und an den Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft beteiligt?

Das Nachdenken darüber ist die Voraussetzung, um gegebenenfalls im persönlichen als auch im gesellschaftlichen Leben umzukehren.

Ich begrüße Sie ganz herzlich heute Abend zu einer Atempause, um

„Zur Ruhe zu kommen,
zu sich selbst zu kommen,
zu Gott kommen in unserer Kirche.
Versöhnung wagen,
Versöhnung mit Anderen,
Versöhnung mit sich selbst,
Versöhnung mit Gott ……“

Gebe Gott, dass es gelingt….!

Predigt: 

Liebe Gemeinde!

I-Pad, I-Pod, I-Phone – die Geräte mit dem großen „I“ sind die Ikonen unserer Tage.
„I“ steht im Englischen für „Ich“.
 

Hier kommen Sie zum gesammten Gottesdienst inklusive Predigt. Lesen Sie hier weiter ...

Musik zum Gottesdienst
Orgelmusik von Richard Henger, aufgenommen am 18.11.2020 an der Weigle-Orgel der ev. Kirche zu Hochheim a.M.

"Menuett im Stile Beethovens"
Orgelvorspiel: Ein kleines Menuett im Stile Beethovens. Motiv ist in Anlehnung des 3. Klavierkonzertes i.V.m. seiner 5. Sinfonie.

EG 390 (EKHN) "Erneure mich, o ewiges Licht"

EG 299 (2. Melodie) "Aus tiefer Not schrei ich zu dir"

EG 389: „Ein reines Herz, Herr, schaffe mir“

EG 266 „Der Tag, mein Gott, ist nun vergangen“

Richard Henger: Improvisation über EG 299 1.Fassung "Aus tiefer Not"
Orgalnachspiel des Buß- und Bettages 2020. Eine freie Improvisation über das Lied EG 299 (1. Melodie): „aus tiefer Not“. 

Gottesdienst vom 15. November 2020

Pfarrer i.R. Klaus Endter aus Wiesbaden

Bittgottesdienst zum Frieden

Meditation zum Plakat „Umkehr zum Frieden“
Der ökumenischen Friedensdekade 2020


Schwarze Taube auf blauem Grund. Passend in einem Jahr voll Trauer um so viele Tote durch einen bedrohlichen Virus. Und immer noch Tote durch Kriege dieses Jahr, Menschen auf der Flucht vor Gewalt. Eingesperrt in Lager.
Gott spricht durch den Propheten Hesekiel: „Ich habe kein Gefallen am Tod dessen, der sterben müsste, spricht Gott der Herr.“


Schau genau: die schwarze Taube kringelt sich. Auf dem blauen Untergrund bleibt nur ihr Schatten. Blau ist die Farbe Gottes. Alles Unvollkommene, das Leid, der Schmerz, Gewalt und Sünde sind aufgehoben bei Gott.
Gott spricht durch den Propheten Hesekiel: „Darum kehret um, so werdet ihr leben.“


Das Abziehbildchen kringelt sich. Die Taube wendet sich. Löst sich. Macht sich frei. Die weiße Taube kommt, mit dem Ölzweig im Schnabel. Zeichen der Hoffnung. Neues Leben wird wachsen.
Gott spricht durch den Apostel Paulus im Brie f an die Gemeinde in Rom: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“


Was machen wir mit dem Abziehbildchen? Mit der Friedenstaube? Lösen wir sie aus ihrer Erdenschwere? Heften wir sie uns an, ganz nah ans Herz? Was wäre, wenn die Taube wirklich flöge? Trauen wir dem auch nur einen Flügelschlag lang? Halten wir den blauen Himmel aus, den Frieden Gottes, der höher ist als alle Vernunft?
Gott spricht durch den Propheten Micha: „Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden nicht mehr lernen, Krieg zu führen!“


Pfrin. Sabine Müller-Langsdorf,
Zentrum Ökumene Frankfurt


Musik zum Gottesdienst
Orgelmusik von Richard Henger, aufgenommen am 15.11.2020 an der Weigle-Orgel der ev. Kirche zu Hochheim a.M.

Orgelvorspiel zum 23. Sonntag nach Trinitatis: "Menuett im französisch romantischen Stil"
Ein Menuett im französisch romantischen Stile.

EG 440 "All Morgen ist ganz frisch und neu"

Meditation zur Bildbetrachtung „Umkehr zum Frieden“

Meditation "Überwinde das Böse mit dem Guten"
Nach der Predigt folgte eine Meditation zum Thema des Tages: „überwinde das Böse“ Hier wird das moll zum Dur.

EG 614 "Lasst uns in deinem Namen"

EG 560 "Es kommt die Zeit" (instrumental)

Orgelnachspiel zur EG 614 "Lasst uns in deinem Namen"
Die Melodie vom Lied EG 614 „Lasst uns in deinem Namen“ wurde hier verarbeitet. Eine Improvisation im 6/8 Takt, zwischendrin ist klar die Anfangsmelodie des Liedes eingearbeitet: "St. Martin“ (02:18). Danach leitet die Melodie wieder auf das Lied zurück. Eine freie Improvisation.