Rückblick

Gemeindefest 2026

Glockenklang und Kirchengeflüster - Wir bleiben hörbar!

Ein Bericht von Dietmar Elsner, Hochheimer Zeitung

Das diesjährige Gemeindefest vom 18. bis 20. September 2026 stand unter dem Motto „Glockenklang und Kirchengeflüster – wir bleiben hörbar“. Der Erlös kam konsequenterweise der Verbesserung der Audioanlage in der Kirche zugute. Bereits am Freitag hatte Kultur in der Kirche mit einem hervorragenden Konzert des Streichquartetts „La Finesse“ auf das Fest eingestimmt.

25 Konfis, Bäcker Gerd Laun, Gemeindepädagogin Johanna Krestan und Pfrin. Olivia Rahmsdorf vor der Bäckerei Preis

Beim Familiengottesdienst mit Pfarrerin Dr. Olivia Rahmsdorf um 10 Uhr am Sonntag war die Kirche voll wie an Weihnachten. Das Motto: „Wie klingt unsere Gemeinde? Wie klingt unser Glaube?“ Der Chor Just4Fun gab unter der Leitung von Thomas J. Scheike die Antwort – mit „Carol of the Bells“, viel Freude am Singen und Gotteslob. Der „Choral der Glocken“ ist eines der berühmtesten Weihnachtslieder der Welt, ursprünglich ein ukrainisches Neujahrslied. Menschenstimmen erzeugen einen stimmungsvollen Glockenklang. Die berühmte Melodie basiert auf einem vier‑tönigen Ostinato, einem hartnäckig wiederholten musikalischen Element, das wie ein Glockenmotiv wirkt. Die stimmungsvolle Gottesdienstbegleitung durch Just4Fun endete mit dem mitreißend-vertrauensvollen Pop-Song „You Raise Me Up“.

La Finesse

Am Samstag folgten die Konfirmandinnen und Konfirmanden der Einladung von Gerd Laun‑Pavlowsky in die Bäckerei Preis. Der Erlös der gebackenen Bäcker‑Preis‑Brote ging an „Brot für die Welt“ und die Terroropfer in Mosambik.

La Finesse

Die KECK‑Gruppe (Kids erleben coole Kirche) führte ein kurzes Bühnenstück auf und diskutierte im Dialog: „Was ist Gott loben? Wie macht man das?“ Die Antwort lautete: „Danke sagen!“ Kinder sehen das auch mal anders: „Ooch, immer für alles Danke sagen. Auch wenn uns das Geschenk gar nicht gefällt.“ – „Doch, wir sollten unseren Freunden, Familien, Eltern dankbar sein und es ihnen auch sagen.“ – „Darf man das in der Kirche laut sagen?“ – „Ja! Mit Tanz und viel Tamtam. Und auch mal mit auf die Pauke hauen.“

 

Mirjam aus dem Alten Testament, dargestellt von Pfarrerin Dr. Olivia Rahmsdorf, bestätigte das persönlich mit ihrer Geschichte und schlug kräftig auf die Pauke. Die berühmte Schlüsselgestalt der Exodusgeschichte – Prophetin, Retterin, Anführerin und Grenzgängerin – erzählte von der schwierigen Zeit in Ägypten. Mirjam und ihr Volk vertrauten auf Gott. Auch dann, wenn mal kein Mann sagte, wie es genau weitergeht. Gott ist immer dabei, begleitet uns, auch durch ungewisse Zeiten. Ist das vergleichbar mit der Kirche heute?

 

In diesem Sinne schlug Mirjam weiter auf die Pauke und lud alle dazu ein, in ihren Jubel einzustimmen. Die Gottesdienstfeiernden bastelten viele kleine Pauken und anstatt zu jammern und zu seufzen, sangen alle das Lobpreislied „Wäre des Gesanges voll unser Mund …“ und spazierten danach gesegnet und trommelnd aus der Kirche hinaus.

Darauf hatte das Blasorchester Hochheim nur gewartet, machte auf dem Schlagzeug schwungvoll weiter und intonierte mit Pauken und Trompeten den Oldie „Ol’ Man River“. Der Mississippi River wurde zum Symbol: Er fließt ungerührt weiter, egal wie schwer das Leben der Menschen ist. „Dreh an deiner Demokratie“ stand auf einem Glücksrad von „Hochheim.Miteinander“, das ein wunderschönes Hochheim-Gesichter-Bild entstehen ließ.

Das Wetter machte es den Besuchern am Nachmittag nicht leicht. Es begann zu regnen und hörte so schnell nicht wieder auf. Am Bratwurststand bildete sich keine Warteschlange, und Claudia Kalapos und Peter, das „Duo Schellack“, retteten ihren Kontrabass, die Gitarre und sich selbst unter ein kleines Zelt. Unbeeindruckt von den Naturgewalten spielten und sangen sie zwei Stunden lang beliebte Melodien aus vergangenen Tagen wie „Ich hab’ das Fräul’n Helen baden seh’n“ oder „Padam Padam“, das berühmte französische Chanson von Édith Piaf.

 

Für Kinder und Jugendliche gab es einiges zu tun: Ein Glockenquiz, Glock-Ster, angelehnt an das beliebte Hitster-Spiel, Glitzertattoos, Mal- und Schminkstation, Glockenbastelworkshop. Der Jugendtreff, die Kita und das KECK-Team hatten sich mächtig ins Zeug gelegt.

 

In der Seniorenwerkstatt fand sich ein gemütlicher Stammtisch zusammen, und Kinder konnten mit einem erfahrenen „Schreiner“ hölzerne Laufstelzen basteln und mit nach Hause nehmen. Unter dem kleinen Vordach des Weinstandes war es nicht wirklich gemütlich. Drinnen im Gemeindesaal sah es schon besser aus. Hier gab es Kaffee und Kuchen, viele Gespräche, und auf der Bühne warteten die zahlreichen Gewinne der Tombola. Die Lose hatten fünf verschiedene Farben. Begleitet von einem Trommelwirbel zog ein KECK-Kind die Gewinnfarbe. Die lila Lose behielten ihren Wert, alle anderen wurden schlagartig zu Nieten. Sogleich stürmten die kleinen und großen Gewinner an die Bühne, um die vielen Tüten, Päckchen, Küchenmaschinen, Blumen, Weinflaschen und sogar zwei Kinderfahrräder abzuholen.

 

Trotz des Regens war es ein schönes Gemeindefest mit vielen Aktionen, Begegnungen, guter Musik und leckerem Essen.

 

 

Danke

Ein Fest zum Himmeljauchzen 

Was für ein wunderbares Gemeindefest! Bei strahlender Stimmung, trotz wechselhaftem Wetter, wurde gemeinsam gelacht, gefeiert, gegessen und miteinander Zeit verbracht. Ein echtes Fest des Miteinanders!

Unser besonderer Dank gilt den zahlreichen Helferinnen und Helfern, die mit großem Engagement zum Gelingen beigetragen haben. Ebenso überwältigend war die Unterstützung durch die vielen Kuchenspenden und die großzügigen Spenden für unsere Tombola. So konnte eine bunte Vielfalt an leckeren Kuchen und attraktiven Gewinnen angeboten werden. Mit der Tombola-Gewinnfarbe Lila können auch im Nachgang die Gewinne noch abgeholt werden.

Ein herzliches Dankeschön an alle, die mit angepackt, gespendet, organisiert und mitgefeiert haben. Gemeinsam haben wir ein tolles Fest auf die Beine gestellt – ein Fest, das gezeigt hat, wie schön Gemeinschaft und Gemeinde sein kann.

Svenia Bormuth

Impressionen vom Fest